Welch einen Unterschied macht es aus, wenn ihr etwas aus Liebe zur Sache tut. Robert Baden-Powell

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Blog: Die besten Ideen entstehen um 4 Uhr nachts

Vor Fett tropfende Finger, abgefressene Knochen und verschlingende Münder. „Besteck ist sowieso nur für Anfänger“, tönt es von irgendwoher. So essen einige zu Abend an einem Planungswochenende von eben diesem Jamboree. „Schön“ essen ist aber nicht das einzige, was man an einem Planungswochenende macht. Der Trupp trifft sich am Samstagnachmittag im Pfadiheim in Wil. Einige kommen zu spät, aber das ist nicht schlimm. Alle sind guter Laune, weil sie sich jetzt schon auf das Lager im Sommer freuen.

Als dann alle eingetrudelt sind, fängt man mit einem Meeting an. Beim letzten Planungswochenende hat man verschiedene Aufgaben verteilt und die Ergebnisse werden von jeder Gruppe vorgestellt. Jede Gruppe hatte eine Finanzaktion zu organisieren und durchzuführen und einen Trupp-Artikel zu bestellen. Ein Trupp-Artikel kann alles Mögliche sein, das kann von Sonnenbrille über Pullover und T-Shirt bis zu einem Kugelschreiber gehen. Von diesem Trupp-Artikel hat dann jede Person ein oder mehrere Exemplare, um es gegen Artikel anderer Trupps aus der ganzen Welt zu tauschen. „Das Beste ist aber unser Strampler“, sagt einer der Teilnehmer. Darauf sind alle am stolzesten und die Teilnehmer freuen sich schon, dass der ganze Trupp nur mit dem Strampler bekleidet im Sommer ins Flugzeug steigt. Danach beginnt man ein Feuer zu machen um später grillieren zu können. Natürlich gibt es aber auch noch einige Salate dazu, aber das ist nur Beilage. Nach dem Essen erklären die Leiter was man mitnimmt und was man lieber zu Hause lassen sollte. Denn das Gewicht ist beschränkt.

Dann kommt endlich die beste Zeit des ganzen Wochenendes. Man hat Zeit, die anderen Jugendlichen besser kennenzulernen und man kann tun, was man will. Einige spielen Karten, andere hören Musik und ein paar reden einfach nur miteinander. Dabei entstehen die spannendsten Gespräche und man hört viel Gelächter. Obwohl sich die meisten noch nicht wirklich kennen, verstehen sie sich sehr gut. Als wir einen Teilnehmer darauf ansprechen, erzählt er uns: „ In der Pfadi ist das einfach so. Man ist zu jedem nett, egal ob man ihn kennt oder nicht.“ Obwohl einige schüchtern sind, haben sie keine Probleme, mit fast fremden Personen zu reden. Wir hören einige verrückte Gespräche mit und fragen nach. „ Es sind doch alle ein bisschen verrückt, wir wissen das und darum ist es uns egal. Normal ist doch nur ein Synonym für langweilig.“

Um 12 Uhr werden einige ein wenig müde. „ An Schlafen ist aber noch lange nicht zu denken“, sagt uns eine der älteren Teilnehmerinnen. „Am 3-4 Uhr nachts entstehen die besten Ideen“. Und so ist es dann auch wirklich. Während einige in anderen Zimmern schon am Schlafen sind, entstehen in anderen Zimmern die guten Ideen. Eine Person hat Leuchtstäbchen dabei und als eines aus Versehen aufplatzt sieht es aus wie ein Sternenhimmel aus blauen Sternen. Da die Flüssigkeit nicht giftig ist und man das am nächsten Morgen nicht mehr sieht, wird der „Sternenhimmel“ noch durch andere Farben ergänzt. Am Schluss entsteht ein wunderschönes Bild. Dieses schöne Farbenzusammenspiel wird auch uns noch einige Zeit in Erinnerung bleiben. Plötzlich sagt jemand: „ Ich habe Hunger! Können wir Pizza bestellen?“ „ Gute Idee!“, rufen die andern. „ Aber wer liefert Pizza um 3 Uhr morgens?“ Die Stimmung wird ein bisschen trauriger, aber man gibt natürlich nicht einfach so auf. Einige suchen im Internet, während die anderen, Teilnehmer fragen, die aus Wil kommen und sich dort auskennen. Die Suche bleibt aber erfolglos und so gibt es leider keine Pizza. Nach einer kurzen Zeit der Niedergeschlagenheit gehen einige in die Küche und essen, was sie gerade finden. „ Es hat nur noch Salat“, kommt eine traurige Stimme aus der Küche. „ Naja, besser als nichts“ murmelt er, als er mit einem vollgestopften Mund nach oben kommt.

Einige haben Lust auf einen Nachtspaziergang und schon ist man draussen. „Es schneit!“, ruft jemand völlig entsetzt. Und wirklich. Es ist am Schneien. Obwohl es Ende März ist. Man erkundet aber trotzdem die Stadt Wil bei Nacht und es ist sehr schön. Als die kleine Gruppe zurück im Pfadiheim ist, ist es schon fast 5 Uhr morgens. Jetzt ist es wirklich langsam Zeit und alle gehen schlafen. Am nächsten Morgen wird der Trupp um 10 Uhr geweckt. “Das ist ja fast wie ausschlafen!”, rufen einige. Nach dem Frühstück haben alle verschiedene Putzjobs, um das Pfadiheim wieder sauber zu machen. Danach gehen alle nach einem erfolgreichen Planungswochenende nach Hause.

Bei der Heimreise im Zug denken einige noch über das Wochenende nach und sagen wieviel Spass sie miteinander hatten. Obwohl sie nicht draussen in der Natur waren, wo sich die Pfader am liebsten aufhalten, fanden sie es ein wunderschönes Wochenende.

Sebastian Oppitz v/o Takitus vom Trupp CHogägääCH